Das technikum29 ist ein privates Technikmuseum im Rhein-Main-Gebiet mit Schwerpunkt auf der Computergeschichte zwischen den 1920er und 1980er Jahren. Diese Zeitspanne umfasst den Übergang zwischen mechanischen Rechenmaschinen über Lochkarten-EDV bis hin zu Rechnern mit integrierten Schaltkreisen (ICs). Darüberhinaus umfasst die Sammlung einige andere Themen, etwa die Entwicklung von Radios und Fernsehern dieser Zeit. Die virtuelle Führung durch das Museum deckt alle Themen ab, die auf 250 Quadratmetern Ausstellung behandelt werden.

Computergeschichte zum Anfassen

Im technikum29 gibt es keine Besucherabsperrungen. Geräte sollen angefasst und benutzt werden. Das Verstehen ihrer Funktionsweise steht immer im Vordergrund. Deswegen liegt der Fokus des technikum29 auf einer Zeit, in der man in Computern in der Regel mehr sah als nur eine Hauptplatine oder eine Hand voll Chips. Zu den Highlights gehört etwa der Lochkarten-Gerätepark, bei dem jeder einzelne Verarbeitungsschritt durch eine schrankgroße Maschine bewerkstelligt wurde, die selbstverständlich auch aufgeklappt werden kann.

Die Sammlung endet vor dem Durchbruch der Personalcomputer in den 1980er-Jahren. Gezeigt wird also insbesondere keine Unterhaltungselektronik.

Deutschlandweit einmalig

Wir legen größten Wert darauf, die Exponate im technikum29 funktionsfähig zu präsentieren. Es gibt keine Schaukästen und -Tafeln, stattdessen werden ausgewählte Geräte im Rahmen einer Führung von Fachkundigen vorgeführt.

Dies ist mindestens deutschlandweit einmalig, ähnliche Konzepte finden sich weltweit nur im UK Computer Museum, dem Seattle Living Computer Museum und natürlich dem Kalifornischen Computer History Museum. In allen drei Museen bildet die Restauration von Computern aber die Ausnahme, nicht die Regel.

Die Ausstellung ist (tatsächlich aus Platzgründen) auf außergewöhnliche Raritäten ihrer Zeit beschränkt, dies macht sie auch unter Liebhabern und Sammlern sehr beliebt.

Photo des Museums

Das Museumsgebäude

Betrieb und Öffnungszeiten

Das technikum29 lebt von einem Netzwerk Ehrenamtlicher, die sich um alle Aufgaben von der Restauration bis zur Führung kümmern. Es gibt regelmäßig Helfertage sowie Führungen, die auf unserer Terminübersicht angekündigt werden.

Mitmachen

Wir suchen Unterstützung und freuen uns über jedes neue Gesicht. Der schnellste Weg zur Kontaktaufnahme ist eine E-Mail.

Zum Weiterlesen

Photografie des Flyers

Unser Neuigkeiten-Blog.

Das Museumsprofil als Faltblatt (2016, PDF).

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Wir trauern um den Museumsgründer Dipl. Phys. Heribert Müller

Der Gründer des Computermuseums, Heribert Müller, ist im April 2018 gestorben. Er gründete 2005 in einer ehemaligen Sparkassenfiliale in Kelkheim (Taunus) das technikum-Computermuseum, die 29 ist dabei der Hausnummer entnommen. Der Begriff technikum hingegen bezeichnete einst eine Ingenieursschule. Heribert Müller war Studienrat für Mathematik und Physik, eine umfassende elektrotechnische Ausbildung aufbauend auf der Geschichte der Kommunikations- und Rechnertechnik stellte für ihn das Ideal einer polytechnischen Ausbildung dar. Als Kind des mittellosen Nachkriegsdeutschlands wuchs Heribert Müller also Kind auf, dass sich Röhrenradios selber zusammenbaute und später als Jugendlicher eine Ausbildung im Radioreperaturladen absolvierte. Die Faible für Röhrentechnik übertrug er in Retrospektive auf die Computertechnik seiner Lebenszeit. Er kritisierte die Intransparenz und Obsoleszenz, die mit dem Boom der Elektronikindustrie und dem Aufkommen der Personalcomputer Anfang der 1980-Jahre einsetzte.

Das Tüfteln an »Vintage Computing« war ein Eigenbrötlerhobby war, das technikum29 führte er als »One Man Show« stets unter Verweigerung regelmäßiger Hilfen von Außen. Trotzdem arbeitete H. Müller auch mit anderen Experten aus aller Welt an Geräten zusammen. Außerdem legte er viel Wert auf Wissenskommunikation: So führte er regelmäßig Kleingruppen durch die Ausstellung und verweigerte dabei prinzipiell die Annahme von Eintrittsgeldern. Zu den weiteren Museumsaktivitäten gehörte die Teilnahme an Großevents wie der Route der Industriekultur Rhein-Main mit Gastrednern, die Förderung von Kunst, Film und Musik. Mit speziellen Führungen für Schulklassen sprach er Kinder an, wobei er insbesondere MittelstufenschülerInnen versuchte mit Roboter-Kurse zu begeistern, die nicht musealen Anspruch hatten, sondern in der zeitgenössische Bastlertechnik (LEGO, Arduino, »Tinker Toys«) verwendete. Für tiefergehende Informationen sei auf die vielfältigen Zeitungsberichte dieser Zeit verwiesen.

Seit dem Tod von H. Müller wurde das Museum von EnthusiastInnen, die an die Prinzipien glauben, im Geiste Müllers fortgeführt. Der seit 2019 geführte Blog dokumentiert die ersten Erfolge.